
Zum Tode von Dr. Jochen Hadermann.
Ein gerader, aufrichtiger Mensch ist nicht mehr. Ich bedaure den Tod von Jochen Hadermann auch persönlich sehr. Ich habe Herrn Dr. Hadermann, so habe ich den damaligen Direktor in der Centrum Bank als frisch angestellter Informatiker begrüsst, sehr geschätzt. Wir hatten einen guten Draht zueinander. Und irgendwann hat mir Dr. Hadermann dann angeboten, ihn bei allen Begegnungen ohne direkten Geschäftscharakter einfach "Jochen" zu nennen.
Ich selber bin ein Mensch, der versucht, irgendwie gerade und aufrecht durchs Leben zu gehen. Und genau so habe ich Jochen erlebt: Engagiert, in der Sache scharfsinnig analysierend, dabei immer mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Er war ein Vorgesetzter. Einer, von denen es viel mehr geben müsste, nicht nur in Liechtenstein. Klar in seinen Entscheidungen, aber niemals einfach gute Argumente unter den Tisch wischend.
Ich erinnere mich an einen Feiertag, das ist über fünfundzwanzig Jahre her. Es war der Millenium Change. Die Software musste mit viel Aufwand für das Jahr 2000, und auch den Jahrtausend-Wechsel angepasst und eingerichtet werden. Das verlangte von uns Informatikern viele Sondereinsätze. So haben wir den Stichtag kurz vor dem Jahreswechsel in einer kleineren Umgebung simuliert. Wir wussten, es gibt eine lange Nacht. Morgens um fünf Uhr gehen unerwartet die hoch gesicherten Türen zur Informatik auf. In der Türe stand Dr. Jochen Hadermann, einer der Direktoren der Centrum Bank. In der Hand eine Tüte Buttergipfel, extra selber aufgebacken.
"Guten Morgen alle zusammen, wie gehts meinen Leuten nach dieser Nacht ?".
So habe ich Jochen Hadermann erlebt. Ich verliere mit Dr. Hadermann einen der ganz wenigen, die seine Meinung auch in der Zeitung öffentlich gemacht haben. Das nötigt mir grossen Respekt ab.
Mir wird Dr. Hadermann in guter Erinnerung bleiben. So einen wie Jochen werde ich nicht vergessen.