Vom harten Brot.

Vom harten Brot.
Es ist schon viele Jahre her, da wollte einer von uns Kindern ein Butterbrot machen; das Brot dazu war nicht immer nur von heute, man war gewohnt, auch mehrere Tag altes Brot aufzuessen. Meine Eltern ware noch vor dem 2. Weltkrieg geboren, die Verhältnisse geordnet, aber ohne jeden Anflug von Vermögen jeder Art. Man richtete sich nach dem, was da war. Und so waren diesem Tag meine Grosseltern grad zu Besuch.
Meine Nana, 1904 in einem Bündner Bergdorf geboren, hörte das Klagen wegen des "harten Brotes". Sie ging in die Küche, nahm das vermeintlich harte Brot mit in die Stube und fragte, ob das wohl ein hartes Brot sei. Der Tenor war klar, das Brot war von vor zwei Tagen. Meine Nana sah uns Kinder an und sagte nur:
Hartes Brot ist nicht hart. Kein Brot - ist hart.
Ich war damals tief beeindruckt von einer Erkenntnis, wie man sie wohl nur gewinnt, wenn Brot kein Standard-Produkt in der heimischen Küche gewesen ist.
Vielleicht könnten wir noch heute etwas daraus nehmen, für uns alle. Hartes Brot ist nicht hart. Kein Brot ist hart.
(Bildquelle: Pixabay,n.reg.lizenzfrei)