Unverzeihlicher Datendiebstahl in Liechtenstein.

Vaduz (ots) Erste Erkenntnisse aus der forensischen Untersuchung haben gezeigt, dass es sich um einen gezielten Angriff auf das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen beim Amt für Justiz gehandelt hat. Weitere Angriffe auf andere Systeme konnten nicht festgestellt werden. Dennoch hat die Regierung veranlasst, aus Sicherheitsgründen und zur sorgfältigen Prüfung allfälliger Sicherheitslücken weitere Systeme als Vorsichtsmassnahme vorübergehend vom Netz zu nehmen.
Na Bravo. Nachdem diejenigen Daten, die für Liechtenstein mit Abstand am heikelsten sind, in der Hand von zwielichtigen Leuten sind, werden jetzt "allfällige Sicherheitslücken" geprüft. Das hätte man wohl schon viel länger machen müssen. Das scheint mir Landesverwaltung bzw. die Informatik nicht ausreichend gerüstet zu sein. Erstaunlich, angesichts der vollen Kassen des Landes.
So einen weiträumigen, für Liechtenstein existenziellen Datendiebstahl darf
es in unserem Land nicht geben. Da kann man rundherum schwatzen, solange man will.
In meinen Augen muss es jetzt - unter anderem - folgende Konsequenzen geben:
- - Rücktritt des Ministers Emanuel Hasler, Ministerium für Gesellschaft und Justiz
- - Rücktritt des Leiters Informatik Landesverwaltung
- - eventuelle weitere Rücktritte müssen geprüft werden
Es ist davon auszugehen, dass dieser umfangreiche Datendiebstahl für Liechtenstein die grösste Bedrohung seit Ende des Zweiten Weltkrieges darstellt. Ich gehe deshalb davon aus, weil zum ersten gewaltige Lösegeld-Zahlung zu befürchten sind (ohne Garantie, dass die Daten danach nicht doch noch an Steuerbehörden verschiedener Länder weiterverkauft werden), zum Zweiten muss man den unglaublichen Rufschaden für unser Land und unsere Finanzinstitute sehen.
Wir machen uns vor der ganzen Welt lächerlich, wenn wir noch nicht einmal auf die sensibelsten Daten unserer Kunden aufpassen können. Peinlicher ... gehts nicht mehr. Das noch ganz obendrauf.
Die Banken und Finanzinstitute im Land werden sich beim Land bedanken. Selbstverständlich inklusive umfangreicher Schadensersatzforderungen. Davon darf man ausgehen.
Es darf einem Angst und Bange werden angesichts dieser Schadenssummen.
(Bildquelle: Regierung Fürstentum Liechtenstein)
In eigener Sache: Um nicht in den Verdacht zu geraten, mir diese Zeilen aus den Fingern gesogen zu haben, möchte ich gerne feststellen:
Ich kenne mich in diesen Dingen einigermassen aus. Ich habe bei der LGT die Lehre als Bankkaufmann gemacht, später an der WISS eine Wirtschafts-Informatik Ausbildung genossen und habe 30 Jahre bei insgesamt 4 verschiedenen Banken als Datenbankprogrammierer gearbeitet.
Ich kenne die Sensibilität solcher Daten und Systeme.