Über 120 000 Besucher erforschten ihre Wurzeln mit der digitalen Familienchronik.

14.03.2026

(LiVa, 14.03.2026) Rund 95 000 Personen, 34 000 Beziehungen, sieben Gemeinden und Jahrhunderte an Familiengeschichte mit nur wenigen Klicks durchforsten – Dies ist seit rund einem Jahr mit der Website des Vereins Familienchronik Liechtensteiner Gemeinden möglich.  Das grosse Interesse an der Plattform zeigen auch die Zahlen: Über 120 000 Besucherinnen und Besucher und eine halbe Million Aufrufe verzeichnete die Website in ihrem ersten Jahr. «Praktisch alle unsere Nutzer kommen aus Liechtenstein, aber es gibt auch einige Aufrufe aus der Schweiz und wenige aus Österreich», weiss der Geschäftsführer.

(dwb) Ein Blick in die Chronik der eigenen Familie bzw. der Verwandtschaft kann durchaus spannende Ergebnisse zeigen. Wer hat schon gewusst, dass es in der Familie einen "Gottlieb" gab, der zeitlebens ausserhalb  Liechtensteins gelebt und erst nach seinem Ableben auf den Vaduzer Friedhof heimgekehrt ist. Wie war das noch mit der geliebten Grosstante, die bis heute als "gute Fee" durch die Familie geistert ? Das gibt ganz sicher unterhaltsame Abende und Nachmittage. 

Stellt sich die Frage, in wie weit das für die heutigen Familien tatsächlich von Belang ist. Mehr als ein paar Ueberbleibsel im genetischen Bauplan von uns allen wird nicht übrig bleiben von den "Menschen in der Familienchronik". Eine Beziehung im eigentlichen Sinne wirds in den allermeisten Fällen nicht geben. Obwohl genau das eigentlich das mit dem "Fleisch an Knochen" wäre. Es bleibt der Blick auf längst verstorbene Menschen, die in längst vergessenen Strukturen an längst vergessenen Orten ihr Leben gelebt haben. Ohne jeden Blick auf diejenigen, die heute, viele, viele Jahre später, auf sie zurück blicken. 

Die Bilder und Daten widerspiegeln doch nur in den allermeisten Fällen die Projektionen derer, die mit Spannung auf sie blicken. Vielmehr wird aber nicht rauskommen.  Und allzu oft ist es besser, nicht allzu sehr in den Annalen der Familie zu graben. Es könnten auch Vorfälle ans Tageslicht kommen, von denen wir alle möglichst nichts wissen möchten. So wie im Falle meines Vorfahren mit Namen "Gotthard". 


Da ist es wohl besser, wir lassen die Menschen in ihren weit entfernten Leben zurück. 

Sie  haben, nüchtern betrachtet, ohnehin nichts mit uns gemein. 


(Bildquelle: Pixabay, n.Reg.lizenzfrei)