Trotz allem: Irgendwie stimmen die Verhältnisse nicht.

Ein Soldatenfriedhof in Bosnien. Wir vergessen schnell.
Wenn ich mir ansehe, was für ein mediales Feuerwerk wir seit 4 Jahren in der Ukraine abfeuern, frage ich mich manchmal schon, ob wir die Verhältnisse schon noch einigermassen im Blick haben ?
Wir dürfen weder Elend noch Todesfälle gegeneinander ausspielen, so etwas ist unangebracht. Dennoch meine ich, dürfen wir die Verhältnisse etwas gerade rücken:
Der Balkankrieg in den Neunziger Jahren, der fand direkt vor unserer Haustüre statt. Zwei geschlagene Jahre lang nahmen wir davon so gut wie keine Notiz. Erst als das ganze vollständig aus dem Ruder lief, wurden wir in Europa so langsam hellhöriger.
Todesfälle unter Zivilisten im Balkankrieg: ca. 70.000
Todesfälle unter Zivilisten im Ukrainekrieg: ca. 7.000
In die Ukraine sind seit Kriegsbeginn von der EU (also von jedem von uns) rund zweihundert tausend Millionen Euro geflossen. Das sind Kosten alleine für die Haushaltsführung der Ukraine - und direkte Kriegskosten.
Die direkten Kriegskosten im Balkankrieg der EU haben (genaue Schätzungen gibt es nicht) gegen 10 Milliarden Euro betragen.
Ich werde den Eindruck nicht los, dass der "Ukraine-Krieg" nicht mehr ist als ein Stellvertreter Krieg für alle Probleme in der EU. Der gesamte "Aufrüstungswahn" und das Kriegsgeschwafel allüberall in Europa werden auf dem Buckel der Ukraine ausgetragen. Darum darf der "Krieg" auch nicht zu Ende gehen. Er wird noch für die unhehren Absichten der Rüstungsindustrie gebraucht.
Es geht mir nur darum, aufzuzeigen, wie wir die Dinge vollständig unterschiedlich handhaben.
Die Verhältnisse sollten wir, trotz allem wahren.
(Bildquelle: Bundeszentrale für politische Bildung, DE)