Sommertreff der Medien: Viele Gäste, wenig Vielfalt.

Rund 50 Medienschaffende trafen sich mit der Regierung zum traditionellen Sommertreff. Der Anlass zeigt jedoch auch die starke Konzentration der Medienlandschaft in Liechtenstein. Der jährliche Sommertreff der Medien, zu dem die Regierung am Mittwoch ins Restaurant Löwen in Vaduz eingeladen hatte, bot erneut Gelegenheit für den informellen Austausch zwischen Regierungsmitgliedern und Medienschaffenden. Laut Regierung nahmen rund 50 Vertreterinnen und Vertreter von zehn Medienunternehmen aus der Region teil.
Die genannte Zahl vermittelt jedoch nur bedingt ein Bild der tatsächlichen Medienvielfalt im Land. Denn ein erheblicher Teil der Anwesenden waren Mitarbeitende des Vaduzer Medienhauses. Ja. Meine Damen und Herren. Das ist die Krux im Land. Aber immerhin habt ihr das in einem der teuersten und edelsten Restaurants in Vaduz zelebriert. Man will ja was zeigen. Erreichen zwar nicht. Aber zeigen. Auch was wert.
Immerhin war den Anwesenden doch klar, dass dieses ganze Meeting zwar einen schönen Feierabendcharakter im vertraulichen Tete a Tete aufweisen konnte. An der Problematik, dass wir in Liechtenstein so gut wie keine Medienvielfalt vorweisen können, daran hat das gemütliche Beisammensein wenig geändert. Eigentlich gar nichts. In einem derart kleinen Land können wir keine Medien mit wohl durchgefütterten Journalistinnen und Journalisten aufbauen. Die Grössenverhältnisse geben das auch nicht her. Wir sollten uns langsam daran gewöhnen, dass nicht nur Dauerschüler (also diejenigen, die in den Kindergarten gegangen sind, dann in die Primarschule, dann ins Gymnasium und dann an die Uni) etwas zu sagen haben, sondern auch Alltags-Menschen, die tief in der Volkswirtschaft durch ihre tägliche Arbeit verankert sind. Das ist bei uns wenig von Interesse. Da gibts wenig Canapees, wenig Geplauder. Dafür tiefe Einblicke in die Gesellschaft.
Für die Regierung von keinem Interesse. Sie bemüht sich noch nicht einmal darum.
So, zünftige Anzugträger im grossen Haus. So wirds nicht gehen.
Aber ihr seid viel - viel zu weit weg von der Lebenswirklichkeit, als das ihr das erkennen könntet.
(Bildquelle: Liechtensteiner Vaterland/Mario Marogg)