Putins Militärshow verkommt zum Flop.

11.05.2026

Der Tag des Sieges blieb für den modernen russischen Menschen lange Zeit ein «Feiertag mit Tränen in den Augen», wie der sowjetische Sänger Iosif Kobzon einst sang. In grossen Städten und kleinen Dörfern besuchten die Menschen Veteranen und brachten ihnen Geschenke. Es war ein Tag, an dem die jüngere Generation der älteren Respekt zollte – als Dank für deren Opfer und Aufopferungsbereitschaft im Kampf gegen Nazideutschland. Seit Wladimir Putin an der Macht ist, ist das aber vorbei. 

Ist das schon Schuld eines Machthabers ? Oder ist es nicht einfach der Lauf der Zeit, dass Zeitgeschichte immer mehr im Blick der Jungen wahrgenommen wird. Auch bei uns. Menschen, die Jahrzehnte nach diesen Ereignissen geboren worden sind, haben naturgemäss wenig Zugang zu solchen Vorgängen. Das kann man ihnen nicht vorwerfen. 

Dass hingegen Deutschland wenig Interesse daran hat, dass Russland die Siegesparade Jahr für Jahr aufsehen erregend abhält, das liegt auf der Hand. Schliesslich ist Deutschland dafür verantwortlich. Und zwar alleine.

Russland hatte im Zweiten Weltkrieg über 27 Millionen Tote zu beklagen. Für ein Volk ein ungeheurer Aderlass. Darunter waren auch Millionen an zivilen Opfern, die von den Deutschen auf brutalste Art und Weise ums Leben gebracht worden sind. Es ist verbrieft, dass die deutschen Soldaten in abertausenden Fällen Frauen, Kinder und Alte in ihren Häusern, oft auch in Kirchen, eingesperrt haben. Die Gebäude sind danach entweder gesprengt oder angezündet worden.

 
Deutschland hat nicht Kriegsverbrechen begangen. Es hat millionenfach die russische Zivilbevölkerung auf bestialischste Art und Weise abgeschlachtet. Auch Kinder. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Dass das öffentliche, jährliche Beklagen dieses Unrechts durch Russland von Deutschland ungern gesehen wird, ist kein Geheimnis. Es gehört sich aber so. 


(Bildquelle: Pixabay, n.reg.lizenzfrei)

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