LESERBRIEF.

29.09.2026


Regierung und Landtag befassen sich schon wieder mit 2000 Jahre alter Windtechnologie. Ich glaube, wir sollten grösser Denken. Der Stromverbrauch wird sich in den nächsten zehn, zwanzig Jahren ins gigantische steigern. Soviele Windräder und Dächer haben wir gar nicht im Land, um diesen Bedarf auch nur in kleinsten Ansätzen decken zu können. Wir brauchen ein Atomkraftwerk. Gut, nicht grad eines für uns alleine. Aber Staaten und Unternehmungen können sich durchaus in bestehende oder geplante, vorzugsweise sehr grosse, Projekte einkaufen. Das ist teuer. Garantiert aber zuverlässigen Strom zum Selbstkostenpreis. So was gibts z.B. schon in Finnland, mit dem sogenannten "Mankala-Modell". Ein finnisches Kooperations- und Finanzierungsmodell für kapitalintensive Großprojekte, vor allem im Energiesektor (wie Kernkraft- und Wasserkraftwerke). Mehrere Unternehmen gründen dabei eine gemeinnützige Gesellschaft ohne Gewinnerzielungsabsicht, um gemeinsam Kosten, Risiken und erzeugte Energie nach Anteilen zu tragen. Vielleicht könnten wir den Kopf mal etwas nach links oder rechts drehen. Was gibts denn abseits des hippen Mainstreams sonst noch so. Das Modell von Beteiligungen an grossen, skalierbaren AKW wird ein Zukunftsmodell sein. Auch die EU fördert solche Konzepte schon heute aktiv. Atomkraft ist extrem dynamisch in der Weiterentwicklung. Wir schwadronieren vom Wasserstoff, verabschieden uns vom Ergas und Oel, glauben, dass unser Heil in 2000 Jahre alter Technologie liegt. Kann man machen. Einfach noch ein paar Skipullis dazu kaufen. Also, für den Winter. Flatterstrom allüberall. Gewaltige Kosten. Aufwändig dezentral. Nur nichts grundlast-fähiges. Da muss ein "Landesspital" ums verrecken her, eine siebzigerjahre Bauruine muss für viel, viel oder noch viel mehr Geld saniert und umgebaut werden. Auch das, kann man machen. Vielleicht kümmern wir uns aber einfach auch nebenbei noch seriös um den Strom der nächsten zwei Jahrzehnte. Könnte man machen. Das wär glaub schlau.


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