
LESERBRIEF.
Wie war das jetzt mit den Krankenkassen-Beiträgen ?
Gut, ich frag da nur nach, weil das Gejammer von Regierung und Landtag gross ist, wenns darum geht, sicherzustellen, dass möglichst alle im Land am Ende ihre Krankenkasse auch bezahlen können. Aber klar, man muss ja haushalten. Und jenseits von Regierung und Landtag wird das auch weiträumig so gemacht im Land. Wir geben ja ungeheure Summen für die paar tausend Einwohner aus, die die Krankenkassenprämien nicht mehr stemmen können - der Politik treibt es sprichwörtlich die Schweissperlen auf die Stirn. Vielleicht bin ich etwas weniger empfindlich, vielleicht bin ich auch in einem Milieu gross geworden, in dem man noch Empathie für seine Nachbarn mitbekommen hat. Ich möchte euch in Vaduz, den Mitgliedern unserer Regierung aber nicht vorenthalten, was mir die Schweissperlen auf die Stirn treibt.
Als gelernter Bankkaufmann und ehemaliger
Programmierer in verschiedenen Liechtensteiner Banken war und bin ich
entsetzt, wie der "Datenschutz" in der Informatik unseres
Landes gehandhabt wird. Da poltert einer lange genug an die Haustüre,
bis sie aufgeht, spaziert seelenruhig durch alle Gänge, sucht sich
aus, was für ihn interessant ist, steckt es in die Hosentaschen und
spaziert gemütlich wieder da raus, wo er reingekommen ist: Ueber die
Haustüre. Und keiner merkts. Drei Stunden lang. Verlässt das Haus
und macht sich auf den Weg. Und noch immer merkts keiner. In meinen
Augen der grösste Sündenfall
für unser Land seit dem Zweiten Weltkrieg. Wenn wir mehr Glück als
Verstand haben, entstehen nur Kosten in einer Höhe, für die wir
über Jahrzehnte die Zuzahlung für die Krankenkassenbeiträge hätten
leisten können. Vom verheerenden
Rufschaden
für unser Finanzwesen noch gar nicht gesprochen.
Jaja, ich weiss schon, wir müssen zu unseren Rappen schauen. Schön wärs gewesen, wenn wir mit unseren wichtigsten Kundendaten auch so vorsichtig umgegangen wären. Nur, wegen dem Sparen, und dem Haushalten, mein ich.