"Krisenzeiten erfordern Widerstandskraft".

03.01.2026

(LiVa, 03.01.2026)  "Die letzten Jahre waren von globalen Krisen geprägt: von der Coronapandemie, den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten sowie der Handelspolitik der USA. In solchen Zeiten rückt Resilienz in den Mittelpunkt. Laut der Psychologin Benita Zimmer beschreibt Resilienz «die Fähigkeit eines Menschen, trotz widriger Lebensumstände, Krisen oder chronischem Stress psychisch gesund zu bleiben oder sich nach Belastungen wieder zu stabilisieren». 

(dwb) Nun, das Spektrum, das Psychologin Zimmer hier beschreibt, hat wenig mit "Corona" oder "Krieg in der Ukraine" zu tun. Im Gegenteil: Der Umgang mit Corona war, wie wir heute wissen, mehrheitlich verheerend falsch.  Wir haben mit unserer Panik- und Angstmacherei selber dafür gesorgt, dass die Menschen grossflächig verunsichert worden sind. Und - Hand aufs Herz. 90 Prozent der Menschen interessiert der "Krieg in der Ukraine" nicht im geringsten. Das sind nicht die Dinge, die die Menschen zu grossen Teilen bewegen. 

Ich würde sagen, es sind viel profanere Dinge, die die Menschen täglich beschäftigen und die ihnen "aus Gemüt" schlagen. Und nicht wenige davon sind tatsächlich hausgemacht. Im weiteren müssen  wir sehen: Wenn sich jemand mit "mangelnder Resilienz" an einen guten Psychotherapeuten oder Therapeutin wendet, werden  die heutigen "Krisen" nur die Spitze des Eisbergs sein. Da werden noch viel wichtigere, viel prägendere, viel verletzendere Ereignisse zu Tage treten. Zumeist - aus dem engsten, innerfamiliären und privaten Umfeld. Die heutigen Krisen sind ganz gewiss nicht das Problem. 

Mein Vorschlag wäre, durch mehr Mut, mehr Ehrlichkeit bei der Wahl unserer PolitikerInnen dazu beizutragen, dass die vom Vaterland angeführten Krisen gar nicht erst auftreten. Wir sitzen wie die Vögel auf der Stange und harren der Dinge, die da kommen mögen, anstatt wir uns aktiv beteiligen, indem wir laut und hörbar, auch in der Oeffentlichkeit, sagen, was uns missfällt. Stattdessen setzen wir auf "Resilienz". Das ist, denke ich, die eine Seite. Es ist im Grossen die Aufgabe jedes einzelnen, seine eigene Resilienz nutzen zu können. Resilienz beginnt im Elternhaus, wo die Grundwerte dazu heute kaum mehr vermittelt werden.  Aber Krisen sind für den Menschen eine völlig alltgägliche Erscheinung. 

Die Lösung liegt in jedem selber. Und ganz viele finden sie tatsächlich in der Psychotherapie. Was grundsätzlich sehr empfehlenswert ist, aber viel zu wenig in Anspruch genommen wird. 

"Corona" und Konsorten, die sind jedenfalls nicht dafür verantwortlich.


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