Kaum jemand regt sich. So ist die Demokratie tatsächlich - in Gefahr.

Das «Liechtensteiner Vaterland» ist die führende Tageszeitung in Liechtenstein. Laut WEMF-Erhebungen (Arbeitsgemeinschaft für Werbeforschung) lag die Leserzahl in der Normalauflage zuletzt bei rund 21.000 Lesern.
Die öffentlichen Zeitungen, natürlich auch die Online Medien Lie-Zeit und Lie24, sind in meinen Augen wichtig für die Meinungsbildung im Land. Hier beziehe ich mich nur auf die Print-Ausgabe des Liechtensteiner Vaterland. Nun, 21.000 LeserInnen bekommen 220 Mal im Jahr das Vaterland. Ein Leser hat also grundsätzlich die Möglichkeit, sich 220 Mal im Jahr zu einem Thema in der Zeitung zu äussern. Oeffentlich, im Vaterland. Hier offenbart sich, dass wir tatsächlich ein massives Demokratie-Defizit haben. Es ist allerdings viel profaner als man denken möchte. Demokratie, das Recht, seine Meinung gleichberechtigt mit allen anderen, frei und ungezwungen äussern zu können (auch rechtlich verbindlich innerhalb von Abstimmungen und Wahlen), ist unbezahlbar. Dennoch hat der Leser des Vaterland 220 Mal im Jahr die Möglichkeit, sich über Vorgänge im Land Gedanken zu machen. Rund 1000 Leserbriefe erscheinen im Jahr. Von 21.000 Leserinnen und 220 Ausgaben.
Wir können uns also vorstellen, wie extrem wenige Personen einen Leserbrief verfassen. Das liegt weniger daran, dass sie es nicht könnten. Es ist um vieles mehr die Angst, seine Meinung öffentlich, "vor allem Leuten", kund zu tun. Die Hemmschwelle ist ganz offensichtlich zu hoch. Dadurch findet kaum mehr eine öffentliche Diskussion statt. Damit meine ich, eine Diskussion, die nicht gesteuert ist von "Infoabenden", vollgepackt mit Politikern und Fachleuten aus aller Herren Länder, deren einzige Aufgabe es ist, allfälligen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sie haben ja auch keine Lobby dabei.
Wir sollten dringend anfangen, unsere Meinung nicht mehr nur in dein eigenen vier Wänden zu formulieren, sondern Dinge, die einem missfallen, auch laut und öffentlich zu kritisieren.
Sonst ist die Demokratie bald tatsächlich am Ende.
"Der Klügere gibt nach"
Nur leider hat das zur Folge, dass die Welt dann von den Dummen regiert wird. Was auch, meiner Meinung nach, immer mehr so passiert. Die multiplen, hausgemachten Krisen, vor allem in Europa, sind hausgemacht. Von eben diesen Dummen.
So siehts aus.
(Pixabay, n.reg.lizenzfrei)