"Guter Journalismus kostet Geld".

17.10.2026

Da waren die Damen und Herren vom staatlichen Fernsehen und liechtensteinischer Regierung mal wieder traulich zusammen. Na, da hat sicher Einigkeit bestanden. Zumal mindestens unser Minister von der Thematik keinen Schimmer hat, davon gehe ich bei seinem Hintergrund als Finanzfachmann aus. 


(LiVa, 17.10.2026) Am Dienstagabend diskutierten Experten über die Medienvielfalt und die Zukunft des Journalismus in Liechtenstein. Henriette Engbersen von der SRG erzählte vom langen Kampf ihres Mediums, um die Abstimmung im März zu gewinnen. Es ging darum, dass die obligatorischen Gebühren massiv gesenkt werden sollten. 62 Prozent stimmten mit Nein. Die Schweizer haben sich für einen starken öffentlichen Rundfunk entschieden. 

Engbersen ist dafür verantwortlich, den gesellschaftlichen Wert des öffentlichen Medienhauses zu stärken. Auf dem Podium stimmen ihr alle zu, als sie sagte: «Journalismus ist nicht nice to have (schön zu haben, Anm.), sondern die Basis.» Ebenso ist allen Anwesenden bewusst, dass guter Journalismus kostet. Die Frage ist: Ist es der Bevölkerung Liechtensteins klar?

(dbw) Ja, Frau Engbersen. Das ist den allermeisten LiechtensteinerInnen durchaus klar, dass guter Journalismus Geld kostet. Auch manch nicht universitär Gebildeter kann 1 und 1 zusammenzählen. So schwer ist das nicht. 

Aber die ganze Diskussion rund um "guten Journalismus" (nur Uni-Journalismus ist guter Journalismus) erinnert mich doch sehr stark an den Kampf des Roger Schwawinsky in den späteren siebziger Jahren rund um sein "Radio 24". Da hiess es auch, einer der vom Journalismus nichts versteht (Schawinski hatte einen Master in Wirtschaftswissenschaften), der kann auch kein qualitativ gutes Radio machen. Am Ende startete Schwawinski seit Radio 24 ennet der italienischen Grenze. Er musste froh sein, in der Schweiz nicht verhaftet zu werden, dermassen bekämpfte ihn die SRG, die um nichts anderes als ihr staatliches Monopol fürchtete. Es waren exakt dieselben Mechanismen, dieselben Argumente, dieselben scheinheiligen Begründungen, mit denen Schwanisky sein Radio24 nicht bewilligt worden ist. Das hatten wir alles schon mal. Deniejenigen, die später geboren sind, empfehle ich einen Blick in Google und/oder KI. Die Parallelen sind augenfällig.  


Journalismus ist nicht primär eine Frage universitärer Bildung. Die Stereotypen, die wir heute im TV, bei öffentlichen wie privaten Sendern sehen, lassen nichts gutes für die Zukunft erahnen. 

Bevor wir diese Thematik wieder mit allen möglichen "Studierten" bis an den Bach runter totdiskutieren, sollten wir einfach mal diejenigen machen lassen, die tatsächlich "machen". 

Und das sind - einige - im Land.


(Bildquelle: Daniel Schwendener / Radio24)

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