Gendern im Liechtensteiner Vaterland.

Das Berufsinformationszentrum wurde letztes Jahr umfassend modernisiert und für die Kunden optimiert. Das Vaterland berichtet darüber in seiner Ausgabe vom 24. Februar 2026.
Die Verfasserin des Interviews mit dem Leiter Abteilung Berufsberatung, Michael Gerner, Redaktorin Katarina Leovac, bedient sich dabei des "Genderns" (der bewusste Sprachgebrauch, der alle Geschlechter (männlich, weiblich, nicht-binär) gleichberechtigt einbezieht, um niemanden auszuschließen). Das missfällt mir. Das missfällt mir nicht deshalb, weil ich Frau Leovac den Guten Willen, alle Leserinnen und Leser gleimässig miteinzubeziehen, absprechen möchte. Es stösst mir aus einem anderen, ganz wichtigen Grund auf, der unser gesellschaftliches Zusammenleben in unseren Grundfesten betrifft. Regeln und Vorschriften, die wir uns im gesellschaftlichen Konsens selber gegeben haben, funktionieren nur dann, wenn wir uns alle daran halten. Andernfalls droht ein über kurz oder lang einsetzender Werteverlust. Dieser hat schon in vielen Bereichen Einzug gehalten, indem wir schon so manches Tabu gebrochen haben. Unsere Rechtschreibung ist einer dieser Bereiche, in dem nicht wenige meinen, sie so auslegen zu können, wie sie ihren Bedürfnissen gerade passt.
So geschehen auch beim Beitrag von Frau Leovac. Rechtschreibung ist kein "Selbstbedienungs-Thema", bei dem sich jeder soviel nimmt wie es eine andere gesellschaftliche Gruppe für richtig hält. In unserem Rechschreibungs-Regelwerk, dem deutschen DUDEN, werden die allgemein gültigen Orthographie-Anforderungen definiert und festgehalten. Daran sind wir alle gehalten, die sich dem Konsens zum Respekt von festgesetzten Vorgehensweisen angeschlossen haben. Ohne diesen Konsens geht es nicht. Der Mensch neigt naturgemäss dazu, Dinge so zu handhaben, wie es ihm selber entspricht. Privat kein Problem, im Zusammenleben mit anderen nur dann möglich, wenn wir auf dieser Ebene klare Richtlinien haben, wie ausnahmslos alle sich verhalten sollen. Regeln sind kein Wunschkonzert !
Ansonsten gehen Werte, Orientierung und Leitplanken verloren, die für unser gutes Zusammenleben esssentiell sind. Und der massive Werteverlust in unserer Gesellschaft tut uns allen nicht gut.
Dazu gehört auch eine geregelte Rechtschreibung, dessen Teil das Gendern,
gemäss DUDEN, eindeutig nicht ist.
(Bildquelle: Pixabay, n.Reg.lizenzfrei)