Für einmal nicht ... noch mehr Personal in der Landesverwaltung.

(LiVa, 03.06.2026) Die Regierung hat in der Sitzung vom Dienstag, 2. Juni 2026, den Bericht und Antrag betreffend die Abänderung des EWR-Zentral-verwahrer-Durchführungsgesetzes (EWR-ZVDG) und des EWR-Leerverkaufsverordnung-Durchführungsgesetzes (EWR-LVDG) verabschiedet.
Mit den vorgesehenen Anpassungen wird das liechtensteinische Recht sachgerecht weiterentwickelt und an die aktuellen EWR-rechtlichen Vorgaben angepasst. Die Vorlage trägt zur Rechtssicherheit bei und schafft klare Rahmenbedingungen für die Marktteilnehmer, ohne neue Kernaufgaben oder zusätzliche Belastungen für die Verwaltung zu begründen.
(dwb) Gut, dass die Regierung darauf hinweist, dass die Vorlage keine neuen Kernaufgaben oder zusätzliche Belastungen für die Verwaltung begründet. Damit möchte die Regierung nichts anderes als ein wenig die Gemüter beruhigen, die sich langsam aber sicher Sorgen um die überbordende Grösse der Landesverwaltung machen. Derzeit arbeiten rund 70 Personen alleine für Regierung und Landtag, rund 1000 in der Liechtensteinischen Landesverwaltung.
Dass die obige Vorlage keine neuen Kernaufgaben oder zusätzliche Belastungen für die Verwaltung begründen soll, das ist lediglich ein Zufall. Wir haben keine Wahl, wenn die EU irgend etwas zusammenbastelt. Wir müssen es übernehmen, ob wir wollen oder nicht. Aber gut, das haben wir vor 30 Jahren mehrheitlich so entschieden. Meine Mehrheit war zwar nicht dabei, aber das nur am Rande. Nun, niemand kann (oder nein, niemand will) sagen, was uns der EWR Beitritt mit allen Nebenkosten im Jahr gekostet hat. Vielleicht ist es besser so: Die einen würden sich sprachlos wundern, die anderen in Schnappatmung verfallen. Aber, klar, wenn man selber zu wenig Mut hat für den Lauf des Lebens, dann hängt man sich dem erstbesten an, bei dem die Plaudergemeinschaft nur möglichst grossspurig auftritt. Wir sind im Land ohnehin anfällig für solche Kofferträger, bei denen die Rückseite des Anzuges aus der Haut des Trägers besteht, weil es für den restlichen Stoff nicht gereicht hat. Aber das ist für Liechtenstein allemal genug.
Und dass wir Verantwortung und Unangenehmes grundsätzlich ins Ausland verlagern, auch das ist nichts neues: So schicken wir - das nur am Rande - unsere Kranken in die ganze Schweiz, um dort bei irgendwelchen Arztpraxen Untersuchungen über sich ergehen zu lassen. Aber so läuft das, wenn man die Drecksarbeit auslagert, damit man sich dann zu Hause hinter einem Stapel Papiere verstecken kann, von dem 90 % schon ausgefüllt sind, bevor der Patient die Haustüre geöffnet hat.
Aber zurück zur EU und dem EWR (finanziell spielt es keine Rolle, bei welcher Organisation man ist, es ist im Endeffekt immer gleich teuer). Und so blähen wir, brav der EU hinterherlaufend, unsere Verwaltung mehr und mehr auf.
Okay, die Parteien können so immer wieder altgediente Mitglieder beim Land reindrücken.
Aber es ist halt eine Hasenrechnung, die wir alle gemeinsam bezahlen.
(Bildquelle: Pixabay, n.Reg.lizenzfrei)