Erbprinz verlangt grundlegende Reformen im Bildungswesen

(LiVa, 16.01.2026) Anlässlich der feierlichen Eröffnung des Landtags am Donnerstag hat Erbprinz Alois tiefgreifende Reformen in der Bildungspolitik angemahnt. Im Gespräch mit dem «Vaterland» konkretisierte der Erbprinz seine Forderungen: Die Schulen sollen mit einer deutlich grösseren Autonomie ausgestattet werden. Die VU-Abgeordnete Carmen Heeb-Kindle unterstützte die Ansicht des Erbprinzen und sprach sich dafür aus, das gesamte Bildungssystem zu hinterfragen. Dabei geht Heeb-Kindle noch einen Schritt weiter als der Erbprinz. Als ehemalige Lehrerin halte sie es für notwendig, Druck aus dem System zu nehmen, damit Kinder wieder vermehrt Kinder sein dürften. Dabei dürfe man laut Heeb-Kindle auch vor «heiligen Kühen» nicht zurückschrecken. Die enge Bindung an die Schweiz in Bezug auf Lehrmittel und den Lehrplan solle auf den Prüfstand gestellt werden.
(dwb) Seit über fünfzig Jahren schon basteln Schulamt und Lehrer an "einer besseren Schule". Ein gescheitertes Schulmodell jagt seither das andere. Ich erinnere mich mit Schrecken an die "Mengenlehre" der frühen 1970er Jahre. Gescheitert auf der ganzen Linie, von Lehrerschaft und Schulamt aber bis aufs Blut verteidigt. Nun, es kamen und - vor allem - gingen andere Schulmodelle. Und jetzt also sollen die Schulen vollständig autonom werden, und sich auch noch von Lehrmitteln und Lehrplan der Schweiz abkoppeln.
Davor warne ich ganz entschieden.
Wer die Lehrerschaft und das Schulamt völlig alleine basteln lässt, der bekommt auch ein Ergebnis, das nicht über esoterisch angehauchte Traummodelle hinauskommen wird. Nein. Ich bin nicht Lehrer. Vielleicht habe ich gerade deshalb eine völlig andere Sicht auf unsere Schulen als die LehrerInnen sie haben. Immerhin, ich war 10 Jahre lang Mitglied im Vaduzer Gemeindeschulrat, und ich habe viel gesehen. Und viel erlebt.
Finger weg von solchen Ideen. Da kommt nix schlaues raus, das ist sicher.
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