ErasmusPlus Projekt beendet: Wenn Angst in Mut umschlägt.

Wie Virtual Reality Menschen mit Beeinträchtigungen den Weg in den Beruf ermöglicht.
(LiVa, 27.02.2026) Das Erasmus+-Projekt «Enhancing self-empowermentand participation», kurz ESEP, wurde erfolgreich abgeschlossen und zeigt eindrucksvoll, wie Virtual Reality Menschen mit eeinträchtigungen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen kann. Die innovative Initiative wurde sogar als Best-Practice-Beispiel ausgezeichnet. In einer virtuellen Lagerhalle Waren prüfen oder Kundengespräche sicher üben: Das Projekt macht deutlich, wie moderne Technologien die berufliche Bildung praxisnah und inklusiv bereichern können.
(dwb) Ob die "modernen Technologien" tatsächlich eindrucksvoll zeigen, wie Virtual Reality Menschen mit Beeinträchtigungen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen können, das ist vermutlich eine Sache der Betrachtungsweise. Nur weil Umstände anhand digitaler Werkzeuge künstlich erzeugt werden, ist keinesfalls gesagt, dass sich das auch so in die analoge Praxis übertragen lässt. Ich habe da erhebliche Zweifel. Was sicher ist, das werden die mit Sicherheit hohen Kosten sein, die Projekte solcher Art nach sich ziehen. Alleine das Vorhandensein von zwei Consulting Unternehmen lässt schlimmes ahnen.
Wir können solche virtuellen Welten genauso gut mit wenig Aufwand real darstellen, vor allem auch, mit realen Menschen.
Was mich weiterhin an diesem Projekt stört, das ist der Titel: "Wenn Angst in Mut umschlägt". Angst wird niemals zu irgend etwas anderem "umschlagen", und schon gar nicht in Mut. Mut haben, bedeutet nicht, keine Angst mehr zu haben. Ganz im Gegenteil: Mut haben, das bedeutet, etwas zu tun, gerade obwohl man nach wie vor Angst hat, genau das zu tun. Das lässt sich in meinen Augen auch nicht trainieren. Das ist ein Vorgang, der sich bei der betreffenden Person einstellt. Oder auch nicht.
Erasmus Plus ist ein "Elite-Projekt" der EU, das uns allen vorgaukelt, Bildung in der EU Studenten aus allen gesellschaftlichen Schichten gleichermassen zugänglich zu machen. Das stimmt nicht. Die Unterstützung von Erasmus Plus für Studenten im Auslandstudium sind sehr gering und decken oft noch nicht einmal die Mietkosten. Es ist also wiederum nur für Töchter und Söhne "Besser Verdienender" interessant. Ausserdem ist Erasmus Plus mit all seinen grösseren und kleineren "Ablegern" in den Ländern der EU ausserordentlich teuer. Die Kosten für die Schweiz für Erasmus Plus für die Dauer von 2021 bis 2027 betragen rund 180 Millionen Franken. Ohne Nebenkosten.
Die eigenen Unis konkurrenzieren, und das zu einem derart hohen Preis.
Das, denke ich, ist wenig sinnvoll.
(Bildquelle: ErasmusPlus)