Ein schöner alter Brauch.

23.02.2026

Funkensonntag. Ein Fixtag im Kalender, wie er mich seit Jahrzehnten begleitet. Eine uralte Tradition, von der wir es geschafft haben, sie relativ unverfälscht in die heutige Zeit mitzunehmen. Und so war es auch gestern, am Funkensonntag in Vaduz, ein wunderschöner Abend. Es ist immer wieder höchst erstaunlich zu spüren, was für eine ungeheure Hitze so ein Funken im Vollbrand entwickelt. Kein Wunder, dauert es nur wenige Minuten, bis die Funkenhexe unter drei Böllerschüssen vom oberen Ende des Funkens regelrecht weggesprengt wird. So soll es sein, seit Jahrhunderten schon. Das friedliche Zusammensein der Menschen, die längst von überall her kommen, ist ein schöner Kontrapunkt zur weltweiten Streiterei überall auf der Welt. 

Und doch, etwas gab es gestern, dass mir ein wenig missfällt. Es ist der, meiner Ansicht nach, übertriebene Einsatz von Pyrotechnik und Knallern, obwohl man letztere glaub ich eher schon als Böller bezeichnen muss. Den gesamten Abend lang donnerte ein Böller nach dem anderen in der Luft, nicht weit entfernt von den Akteuren und Zuschauern des Funkens. Als der Funken im Vollbrand war, gab es dann sogar noch zwei "Feuerwerks-Batterien", die ein durchaus beachtliches, kleines Pyrotechnik-Spektakel in den Himmel zauberten. Dazwischen immer wieder Böller, bei denen der eine oder andere Besucher zusammenzuckten, derart laut machten die auf sich aufmerksam. 

Ich erinnere mich an frühere Jahre, in meiner Kindheit, als man einfach zusammengekommen ist - vielleicht gabs noch eine Grillwurst, das weiss ich jetzt nicht mehr - um den Funken brennen zu sehen. Eine weitere Unterhaltung war nicht notwendig, bzw. sie entstand ohnehin unter den Besuchern. fun


Irgendwie denke ich, wir sollten diese ganze Pyrotechnik an Anlässen wie diesen besser sein lassen. 

Vor allem auch, wenn wir an die Wild- und Haustiere denken, die solcher Art "Spass" 

unsererseits wenig abgewinnen können.


(Bildquelle: Funkenzunft Vaduz)