Das neue Landesspital. Es bleibt - ein Fiasko.

29.01.2026

(LiVa, 29.01.2026)  Der Befund ist da, und er ist verheerend. Was die Stabsstelle für staatliche Liegenschaften (SSL) der Regierung vorgelegt hat, ist nichtweniger als die Bankrotterklärung des Projekts Neubau Landesspital. Noch ist der Bericht nicht öffentlich zugänglich, doch die Worte von Gesundheitsminister Emanuel Schädler könnten deutlicher nicht sein: Die neue Regierung sieht sich in ihren Zweifeln, die sie seit Amtsantritt im April 2025 hegte, bestätigt und muss nun nochmals über die Bücher.

(dwb) Nun, im Grunde brauchen wir weder den Bericht der Stabstelle für staatliche Liegenschaften (SSL) abzuwarten, noch müssen wir noch einmal über die Bücher. Es war, wären wir nur ehrlich genug zu uns selbst, von Anfang an absehbar, dass wir im Leben niemals in der Lage sein würden, selber ein Spital in seiner ganzen, gewaltigen Komplexität zu bauen. Ich würde sagen, hier stimmt eine Lebensweisheit, die man früher noch kannte: "Spinne, bleib bei deinen Leisten". Unsere Kompetenzen liegen nicht im Bau eines Spitals. Dazu haben wir viel zu wenig Erfahrung - und woher sollten wir sie schon haben ? Wenn wir ein Spital erfolgreich bauen möchten, dann müssten wir alles, von der Planung über den Bau bis zur Inbetriebnahme mit Personal vollständig und restlos outsourcen. 

Das will man nicht. Man möchte auch die Aufträge so gut es geht im Lande behalten. Das wird nicht gehen: Es fehlt, auf der gesamten Linie, das Know-How. Wie man ein derart komplexes Ansinnen wie einen Spitalneubau konzipieren und angehen muss - das können wir hier gar nicht. Und so rennen wir von einem Planungsdebakel ins nächste. Wir werden nicht bereit sein, den gesamten Spitalkomplex, von seinen kleinsten Anfängen bis zur Uebergabe als funktionierendes Gesamtsystem, auswärts zu vergeben. Die hiesigen Unternehmer werden Gemeinde, Land und Regierung alle Türen einrennen.

Vielleicht träumen wir in Liechtenstein etwas sehr viel von der "Unabhängigkeit". Abhängig sind wir alle, aber als so winziges Staatswesen wie wir eines sind - da schlagen die Abhängigkeiten noch viel viel mehr zu Buche als bei deutlich grösseren Staaten. Das sollten wir sehen. Und es uns eingestehen. 


Und so wird es nichts werden, mit dem Traum vom eigenen Spital. Im übrigen einen Traum, den wir alle nicht träumen sollten. Denn - sinnvoll ist das alles nichts. Es überfordert uns auf der ganzen Linie. Organisatorisch, fachlich - und am Ende auch finanziell.


(Bildquelle: Landesspital, Vaduz)